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„Priester-Pilot‘‘ mit viel Begeisterung

Dr. lfeanyi Emejulu feierte Weihejubiläum und Geburtstag mit Festgottesdienst

Festlicher Dankgottesdienst: Um mit Pfarrer, Dr. Ifeanyi Emejulu (Mitte) sein 30-jähriges Priestejubiläum zu feiern, waren aus ganz Deutschland Amtsbrüder und Freunde, die wie er aus Nigeria stammen, angereist. Aus Marburg kam Dechant Andreas Blümel.

Frankenberg – Am 21. Juli ist er 60 Jahre alt geworden, am 10. August konnte er auf 30 Jahre Dienst als Priester zurückbli­cken – Anlass für ein großes Doppelfest, das am Sonntag in der katholischen Kirche St. Mariae Himmelfahrt Frankenberg mehr als 250 Gäste vereinte: Pfarrer Dr. lfeanyi Emejulu fei­erte in einem von viel Musik und Trommelschlag begleiteten Dankgottesdienst die Summe beider Jubiläen.

Ein Priester mit Feuerwehrhelm

Pfarrer Dr. lfeanyi Emejulu in der katholischen Gemeinde „Zum Guten Hirten" eingeführt

Eine Messe in festlichem Rahmen: Bei der Einführung des neuen Pfarrers Dr. lfeanyi Emejulu (Mitte) durch Dechant Sebastian Blümel (neben ihm rechts) assistierten in der katholischen Kirche Mariae Himmelfahrt in Frankenberg mehrere befreundete Priester und Laien aus der Region. Auch aus früheren Wirkungsorten waren Gäste angereist.

Frankenberg - Bei dieser feierli­chen Messe in der katholischen Kirche St. Mariae Himmelfahrt in Frankenberg am vergange­nen Sonntag war alles etwas an­ders. Noch nie hat dort ein Pries­ter den Gesang im voll besetzten Gotteshaus auch mal ohne Or­gelhilfe mit solch sonorer Stimme sicher angeführt, noch nie wurde das Gebet für Gemeinde und Welt vom Klang einer afri­kanischen Djembe-Trommel verstärkt, noch nie setzte sich dort ein Geistlicher bei seiner Predigt einen Feuerwehrhelm auf.

Ifeanyi Emejulu ist neuer Pfarrer der Pfarrei "Zum Guten Hirten" Frankenberg

Die afrikanische Trommel soll bald im Gottesdienst zu hören sein: Dr. lfeanyi Emejulu ist neuer katholischer Pfarrer in Frankenberg.

© Juliane Becker

lfeanyi Emejulu leitet seit März die katholische Pfarrei "Zum Guten Hirten" Frankenberg. Sein Ziel ist es, dass die neu entstandene Pfarrei zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammenwächst.

Von Nigeria nach Frankenberg


Pfarrer Dr. lfeanyi Emejulu (59) stammt aus Nigeria. Nach seinem Schulabschluss am Knabenseminar des Spiritaner-Ordens in lhiala (Nigeria) wurde er Novize des Ordens und legte die zeitlichen Gelübde ab. Den Orden verließ er 2016 wieder. Emejulu studierte Philosophie und Theologie in Nigeria und den USA. 1996 wurde er zum Priester geweiht. Nach Tätigkeiten in Nigeria und Deutschland schlossen sich ein Studium der Religionswissenschaft in Belgien und die Promotion in Freiburg im Breisgau an. Seit 2010 hatte lfeanyi Emejulu verschiedene Pfarrstellen im Bistum Fulda inne. Seit 2016 ist er im Bistum inkardiniert. Bevor er Anfang März nach Frankenberg kam, war er seit 2015 bis zur Versetzung nach Frankenberg Pfarrer in der Gemeinde ,,Maria von der Immerwährenden Hilfe" in Windecken (Main-Kinzig).

Zu einem Erinnerungsfoto stellte sich die Steuerungsgruppe mit den Osterkerzen der fünf Kirchorte in Ernsthausen, Frankenberg, Burgwald, Vöhl und Gemünden auf, flankiert von Domkapitular Thomas Renze (links) und Pfarrer Ingo Heinrich (rechts).

Der katholische Kirchenchor unter Leitung von Gertrud Will sang im Wechsel mit der Gemeinde, am Klavier wurde sie von Andreas Busching begleitet.

Im Namen des "Guten Hirten" 

Neue katholische Gemeinde feierte in Frankenberg Gründungsgottesdienst

Am Sonntag blieb die Kirche kalt

Wochenlang hatten sich die katholischen Christen aus Burgwald, Ernsthausen, Frankenberg, Gemünden, Haina und Vöhl auf ihren ersten gemeinsamen Gottesdienst als neue Gemeinde „Zum Guten Hirten“ gefreut. Ein besonders feierliches Hochamt in der neuen Mutterkirche Mariä Himmelfahrt sollte es werden.

 

Dann die Hiobsbotschaft am Samstagabend: Das Kirchengebäude ist nicht zu benutzen. Der Geruch von Rauch und Ruß empfing die Helfergruppe, die den noch eiskalten Raum ihres Gotteshauses für die Feier am nächsten Tag vorbereiten wollten. Im Heizungskeller hatte sich ein technischer Defekt ungeklärter Ursache ereignet, alles war rußgeschwärzt. Der herbeigeeilte Installateur konnte hier nicht mehr helfen, jedenfalls nicht bis zum Sonntagmorgen.

So musste am Samstagabend spontan das viel kleinere Pfarrheim oberhalb der Kirche mit entsprechender Bestuhlung und Büffet für den anschließenden Empfang aufgerüstet werden. Der Gottesdienst gelang dennoch mit großer Feierlichkeit, vielleicht gerade, weil die räumliche Atmosphäre auf alle so familiär wirkte.

 

Eine Panne gleich beim Neuanfang? Der Fuldaer Domkapitular Thomas Renze sah es im Gespräch genau umgekehrt: „Woanders hätte man unter diesen Umständen alles kurzerhand ausfallen lassen. Die Gemeinde bewies, dass sie sich einer veränderten Situation anzupassen versteht. Sie verfügt über Menschen, die mit anpacken, wenn sie ihren Glauben feiern wollen. Und das ist ein gutes Zeichen!“